Währt ewig denn die lange Heide,

Liegt sie denn niemals hinter mir,

Wohl ziehen Heerden auf der Weide,

Doch keine Menschen seh' ich hier.

 

Der Hirt nur liegt hier ausgestreckt,

Und senkrecht brennt der Sonne Licht

Ihm auf das Haupt, das unbedecket; –

Er aber schläft und fühlt es nicht! –

 

Soll ich ihn neiden, ihn beklagen,

Dem, wenn die Zeit vorüberstreift,

Sie nichts gebracht, nichts fortgetragen,

Dem auswärts nie ein Wunsch geschweift?

 

Soll ich beklagen ihn, beneiden,

Der noch kein Herzweh je gekannt,

Des Thieres Lust und seine Leiden,

Und sein Bedürfniß nur empfand?

 

Der nicht die Gegend noch ergründet

Im Innern, wo die Seele thront,

Der mit der Heerde lebt, empfindet,

Und mit ihr weidet, mit ihr wohnt? –

 

Armselig Loos, das ihm beschieden:

Dieß wär' ein Ziel, des Strebens werth?

Werth, daß der Mensch nach solchem Frieden

Die ganze Gluth der Seele kehrt? –

 

Doch ist's dieß Glück, das Eure Weisen,

Die Ihr im Staate hoch gestellt,

Als dieses Lebens Blüthe preisen!

Dieß Glück vergönnen sie der Welt!


Das Gedicht "Die Heide" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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