Du Bild von Erz, inmitten aufgerichtet

Der alten Stadt, die einst dich walten sehen,

O, rege dich, du darfst so stumm nicht stehen,

Indeß dein großes Werk man frech vernichtet!

 

Du hast die alte Finsterniß gelichtet,

Vor deinen Strahlen mußte sie vergehen,

Sie schwand wie Rauch vor deines Athems Wehen –

Nun ist sie dunkler als vorher geschichtet!

 

Nur Einmal noch erhebe deine Stimme,

Sprich Einmal noch, den Tempel zu beschützen,

Daß nicht Vernunft, die hehre, sey zum Spotte!

 

Und hört sie nicht, die Tempelschänderrotte,

Streck′ deine Hand aus im gerechten Grimme,

Und scheuche sie hinweg mit Himmelsblitzen! –


Das Gedicht "Das Standbild zu Memphis" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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