Mein Mädchen ward mir ungetreu,

Das machte mich zum Freudenhasser;

Da lief ich an ein fließend Wasser,

Das Wasser lief vor mir vorbei.

 

Da stand ich nun, verzweiflend, stumm;

Im Kopfe war mir′s wie betrunken,

Fast wär ich in den Strom gesunken,

Es ging die Welt mit mir herum.

 

Auf einmal hört ich was, das rief;

Ich wandte just dahin den Rücken;

Es war ein Stimmchen zum Entzücken:

"Nimm dich in Acht! der Fluß ist tief."

 

Da lief mir was durch′s ganze Blut,

Ich seh′, so ist′s ein liebes Mädchen;

Ich fragte sie: "Wie heißt du?" - "Käthchen!"

"O schönes Käthchen! Du bist gut.

 

Du hältst vom Tode mich zurück,

Auf immer dank′ ich dir mein Leben;

Allein das heißt mir wenig geben,

Nun sei auch meines Lebens Glück!"

 

Und dann klagt′ ich ihr meine Not,

Sie schlug die Augen lieblich nieder;

Ich küßte sie und sie mich wieder,

Und - vor der Hand Nichts mehr von Tod!


Das Gedicht "Rettung" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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