Kind des Himmels, Freude, komm’!

Komm’ herab aus deinem Himmel,

Komm’ herab, wie Engel fromm,

Komm’ herab in’s Erdgetümmel!

 

Ach, seit du entflohen bist,

Ist die Erde voll von Buben,

Voll von Trug und Hinterlist,

Voll von Mord und Mördergruben!

 

Komm’ in jedes Menschenherz!

Blocke, wie des Tigers, werden

Dir verschwinden; Lieb’ und Scherz

Dich begleiten hier auf Erden!

 

Tausende von uns sind krank,

Krank am Herzen; komm’ und heile!

Fürsten sollen mit Gesang

Dich empfangen: Komm’ und eile!

 

Kind, des Himmels, Freude, komm’,

Komm’ herab und mach’ auf Erden

Alle böse Menschen fromm,

Daß sie wieder fröhlich werden!


Das Gedicht "An die Freude" stammt von   (1719 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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