Nehmet das denn au,
liebe, frummi Frau!
‘s grotet just nit eins wie’s ander,
Chorn und Spreu isch unterenander.
Leset’s Fürnehmst us,
‘s isch, cha si, ne Fund;
‘s ander strichet us.
Gott erhalt ich gsund,
und Gott schenkich alliwil
liebi süeßi Freude viel!
Das Gedicht "An eine Freundin bei Übersendung einer Anzahl Rätsel und Charaden" stammt von Johann Peter Hebel (1760 - 1826).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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