Jetzt schwingen wir den Hut.

Der Wein, der war so gut.

Der Kaiser trinkt Burgunder Wein,

Sein schönster Junker schenkt ihm ein,

Und schmeckt ihm doch nicht besser,

Nicht besser.

Der Wirt, der ist bezahlt,

Und keine Kreide malt

Den Namen an die Kammertür

Und hintendran die Schuldgebühr.

Der Gast darf wiederkommen,

Ja kommen.

Und wer sein Gläslein trinkt,

Ein lustig Liedlein singt

Im Frieden und mit Sittsamkeit

Und geht nach Haus zu rechter Zeit,

Der Gast darf wiederkehren,

Mit Ehren.

Des Wirts sein Töchterlein

Ist züchtig, schlank und fein,

Die Mutter hält’s in treuer Hut,

Und hat sie keins, das ist nicht gut,

Musst’ eins in Strassburg kaufen,

Ja kaufen.

Jetzt, Brüder, gute Nacht!

Der Mond am Himmel wacht;

Und wacht er nicht, so schläft er noch.

Wir finden Weg und Haustür doch

Und schlafen aus im Frieden,

Ja Frieden.


Das Gedicht "Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht" stammt von   (1760 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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