Neide nicht, o junges Mädchen,

Deiner Schwester Lieblichkeit!

Ahme nicht mit heißem Eifer

Nach, was die Natur verbeut!

 

Eine Blume, noch im Werden,

Sah die Lilie vor sich stehn

Und, vergessend ihrer selber

(Denn auch sie war hold und schön),

 

Neidet, zürnt sie, brennet ängstig,

Lilie zu werden. Weh!

Was geschieht? Die arme Blume

Wird zu Feuerlilie.


Das Gedicht "Der Neid" stammt von   (1744 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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