Du giebst mir also nicht Dein Herz?

So gieb das meine mir!

Denn, Liebe, hab′ ich Deines nicht,

Was soll das meine Dir?

 

Gieb es mir wieder! Doch laß sein!

Bekäm′ ich′s auch zurück,

Du stiehlst es mir ja tausendmal

Mit jedem neuen Blick.

 

Behalt es! wahr in Deiner Brust

Fortan der Herzen zwei!

Wol hauchet eins das andre an

Mit Lieb′ und zarter Treu.

 

Und weg denn, Zweifel! weg, o Schmerz!

Ihr findet keine Statt;

Ich glaub′ es fest, ich hab′ ihr Herz,

Weil sie das meine hat.


Das Gedicht "Der Herzenswechsel" stammt von   (1744 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte