Denn immer wieder steigt von Zeit zu Zeit

Das Glück zu hoch und sackt das Leid zu tief.

Und dann: erwacht,

Was man gewaltsam totgemacht

Oder was kraftlos dumpfe Unwahrscheinlichkeiten schlief.

 

Und Kugeln müssen singen durch die Nacht;

Und nichts in ihrer Bahn soll leben bleiben.

Und was die Menschen sagen oder schreiben,

Soll offenkundig Lüge sein.

Und eine Zeitlang herrsche Nichts und Nein,

Und beuge sich der Vater vor dem Sohn.

Revolution!

 

Damit wir alle neu und weiter leiden,

Noch einige die wenigen beneiden,

Die dann so stark und unabhängig sind,

Dass sie zum Beispiel sich vor einem Kind

Ganz plötzlich - oder sich vor grünen Zweigen

Oder vor einem Esel - tief verneigen.


Das Gedicht "Wirrsal" stammt von   (1883 - 1934).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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