Es klang in deutschen Landen

Ein lieblicher Gesang

Von süßen Liebesbanden,

Von grünem Frühlingsdrang.

 

Das war ein sorglos Reimen,

Da kam nur "Herz" auf "Schmerz"

Da ließ man sich nicht träumen

Den starken Reim von "Erz".

 

Das war ein Sang von "Lauben",

Von "Pracht" und "Sternennacht",

Da wollte man nicht glauben,

Daß sich auch reimt "erwacht"!

 

Das ist nun anders worden.

Es tönt ein neuer Sang —

Der deutsche Sängerorden

Erweckt nun lautern Klang.

 

Die kleine Lieb der Herzen,

Die ist nun groß und stark,

Das Spiel mit Frühlingsscherzen

Ward Völkerfrühlingsmark.

 

Der Nachtigallen Klage

Wird bald verstummen ganz,

Daß nur die Lerche trage

Ihr Lied zum Morgenglanz.

 

Von stiller Lauben Flüstern

In süßer Sternennacht

Läßt nimmer sich umdüstern

Der Geist, der aufgewacht.

 

Und siegentflammend wettert

Des Tages stralend Erz,

Und Lerchenjubel schmettert —

Statt Nachtigallenschmerz!


Das Gedicht "Neue Weise" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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