Warum so düster, Erdenraum?
Warum so kalt, so fremd?
Es deckt dich Schnee, du regst dich kaum
In deinem Totenhemd.
Mir glühts im Herzen immer licht —
Ob Sturm, ob Sonnenschein,
Wenn manchmal auch ein Bäumchen bricht,
Bald ist der Himmel rein! —
Doch sieh, da schmilzt das starre Eis,
Und rings zerfließt der Schnee,
Und auf den Fluren, erst noch weiß,
Ich frisches Grün erseh.
Da rief ich laut in meinem Traum
Vom Lenz zur Winterszeit:
O Sonnengold, o Purpursaum —
Wie seid ihr noch so weit!
Wo bist du noch, o Lüftchen lau,
Vom Frühlingshauch bewegt,
Doch — dem ist stets der Himmel blau,
Der ihn im Herzen trägt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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