Ich saß an einem Bache,
Der rieselte so mild,
Und neben blühten die Bäume
Mit Vogelsang erfüllt.
Mein Haupt es lag am Busen
Der Allerliebsten mein,
Da hört ich ihr Herzchen schlagen
So leise, doch so rein.
Es schlugen Nachtigallen
Mit ihrem Herzen zur Wett,
Und meine Augen schlossen
Sich auf dem Busenbett.
Doch nicht des Baches Rieseln,
Nicht Vöglein sang mich müd,
Es sang ihr schlagend Herzchen
Mir sanft ein Schlummerlied.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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