Die Sonne stieg zum Himmelsraum

Mit heller Glut hinauf,

Und alles wacht aus stillem Traum

Zu lautem Leben auf.

 

Woher hast du die Feuerpracht,

Du lichte Sonnenglut,

Und warum sankst du über Nacht

Zur kühlen Meeresflut?

 

Die Glut hab ich von Ewigkeit,

Als Widerstral des Lichts,

Das mir der Liebesblick verleiht

Des Gottesangesichts.

 

Und in die Flut sank ich zur Nacht,

Daß euch das Auge nicht

Durch meines Feuers Flammenpracht

Schon vor dem Sterben bricht!

 

Doch Eines noch— ich fleh dich an —

Nur Eins noch gib mir kund:

Wann ist vollendet deine Bahn

Und deine letzte Stund?

 

Du eitler Thor! der nicht einmal

Mein Angesicht verträgt,

Und so vermessen meinen Stral

Der Ewigkeit befrägt, —

 

Wälz dich im Staub vor meinem Licht —

Du bist noch viel zu klein,

Als daß mit dir vom Ende spricht

Der ewige Sonnenschein! —


Das Gedicht "Antwort" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte