Die Pfingstfestglocken klingen,

Maigrün ist Feld und Wald,

Der bunten Finken Singen

Aus allen Zweigen schallt;

O Münden, du mußt vergehen,

Münden, du vielschöne Stadt,

Des Kaisers Fahnen wehen,

Der Tilly säuft in Blut sich satt.

 

Es huben zwölf Kartaunen

Wohl an ein schnöd Gebrumm,

Bis daß von dem Posaunen

Die Mauern fielen um;

Ist mancher hingeworden

In dieser Nacht der Not,

Es ging das große Morden

Vom Abend bis zum Morgenrot.

 

Da war ein Mündener Bürger,

Asmus Teufel genannt,

Der schrie: "Du papistischer Würger,

Dir wird jetzt die Schnauze verbrannt!"

Er stopfte mit Hackblei und Nägeln

Ein großes Gestücke voll

Und rief: "Den welschen Flegeln

Der Willkomm schlecht geraten soll."

 

Sie kamen angelaufen

Mit Mordiogeschrei,

Er hielt in den dicksten Haufen,

Es ging kein Bröcklein vorbei;

Da flogen Arme und Beine

In der Luft umher,

Das gab ein großes Gegreine,

Doch Asmus Teufel lachte sehr.

 

Sie suchten in allen Gassen

Wo er zu finden sei,

Sie mußten ihn leben lassen,

Er kam gesund vorbei;

Zu Göttingen saß er und zechte,

Ein helles Lachen sich hub,

Als kund ward, wie sich rächte

Der Teufel an dem Beelzebub.


Das Gedicht "Asmus Teufel" stammt von   (1866 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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