Auf Tempeln Mexikos glüht im Versinken

Die Sonne noch, was zaudert sie so lange?

Sie lauscht der Priester blutigem Gesange,

Zum Opferfest beim Schall der hellen Zinken.

 

Auf die Gefangnen scheint sie. Federn winken

Von ihrem Haupt, man hat mit goldner Spange,

Mit Blumen sie geschmückt zum letzten Gange;

Jetzt nahn sie, wo die Todesmesser blinken.

 

Wild jauchzt das Volk; des Opferaltars Kerzen

Glühn höher auf, man hält die blut′gen Herzen

Der Sonne hin, was zaudert sie noch immer?

 

Des Cortez Schiffe sieht sie längs der Hügel

Tabasco′s nah′n, der Waffen heller Schimmer

Blitzt durch der Segel weiße Racheflügel.


Das Gedicht "Mexiko" stammt von   (1820 - 1905).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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