Da war eine alte Mohrrübe drin,

so knollig, so dick und so schwer,

die hatte gar einen gefährlichen Sinn,

sie wünschte, dass sie verheiratet wär

mit `ner jungen Mohrrübe lieblich und gut

aus der Rüben alleradligstem Blut.

Und die Hochzeit kam.

Die Bewirtung war unbezahlbar gut;

sie kostete gar kein Geld,

sie leckten Mondschein und tranken Tau,

nahmen Blumenduft aus Wiese und Au

und Blütenstaub von Wald und Feld.

Die alte Mohrrübe grüßte mit einem Ruck

und sprach so viel und so lang;

die Worte, die glucksten kluck um kluck,

klein Mohrrübchen machte auch keinen Muck,

saß da so ernst und bang,

jung und schmuck.

Willst du′s wissen genau,

frag die Grünwarenfrau.

 

Ein Rotkohl hat sie als Pfarrer getraut,

Braujungfern sind weiße Rüben;

Spargel und Gurke kam nach Belieben,

Kartoffeln standen und sangen laut.

Und es wurde getanzt von groß und von klein -

frag die Grünwarenfrau, sie sagt′s dir allein.

Die alte Mohrrübe sprang ohne Strümpfe und Schuh,

hohei, da zersprang sie im Rücken,

und dann war sie tot, wuchs niemals mehr zu.

Die junge Mohrrübe lachte in Ruh,

so wunderlich kann es sich schicken.

Nun war sie Witwe, nun war sie froh,

nun konnte sie leben, huchheia hei ho!

In den Suppentopf sprang sie als Jungfrau hinein,

jung, froh, frisch und fein.

Willst du′s wissen genau,

frag die Grünwarenfrau.


Das Gedicht "Frag die Grünwarenfrau!" stammt von   (1805 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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