Robert Schumann

Op. 40

 

Die Mutter betet herzig und schaut

Entzückt auf den schlummernden Kleinen.

Er ruht in der Wiege so sanft und traut.

Ein Engel muß er ihr scheinen.

 

Sie küßt ihn und herzt ihn, sie hält sich kaum.

Vergessen der irdischen Schmerzen,

Er schweift in der Zukunft ihr Hoffnungstraum,

So träumen Mütter im Herzen.

 

Der Rab′ indes mit der Sippschaft sein

Kreischt draußen am Fenster die Weise :

Dein Engel, dein Engel wird unser sein,

Der Räuber dient uns zur Speise.

 

Deutsche Übersetzung : Adelbert von Chamisso


Das Gedicht "Muttertraum" stammt von   (1805 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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