Im Städtchen gibt es des Jubels viel,

Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel.

Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,

Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.

 

Ja, tot für den, den nicht sie vergisst,

Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:

Da steht er inmitten des Gäste im Krug

Und streichet die Geige lustig genug.

 

Er streichet die Geige, sein Haar ergraut,

Es schwingen die Saiten gellend und laut,

Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,

Ob auch sie in tausend Stückchen zerbricht.

 

Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt,

Wenn jung sein Herz um Freude noch wirbt.

Ich mag und will nicht länger es sehn!

Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdrehn!

 

Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich?

O Gott, bewahr uns gnädiglich,

Dass keinen der Wahnsinn übermannt.

Bin selber ein armer Musikant.

Anmerkung: Deutsche Übersetzung: Adelbert von Chamisso

Vertonung Robert Schumann

Op. 40


Das Gedicht "Der Spielmann" stammt von   (1805 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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