Du pflegest Dich gantz laut / ich heimlich zu beklagen /
Die Seuffzer sind gemein bey dir und mir / mein Kind:
Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind /
von deinen weiß ich nichts zu sagen.
Ein Ander mag uns Neyd um unsre Seuffzer tragen:
Ich weiß / daß meine nur auf dich gerichtet sind.
Wohin die deinen gehn / mein allerliebstes Kind /
Da weiß ich nichts / und will nichts sagen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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