Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken/

Der deiner Wangen Glantz kan schauen unverwandt.

Wann deiner Augen Glutt in meinen widerstralt/

Und ihrer Flammen Schein auff meine Wangen mahlt/

So müssen sie beschämt zur Erde niedersincken;

Doch aber will ich nicht der scheuen Eule gleichen/

Die vor des Tages Zier erwehlt die braune Nacht;

Ich eile nach dem Feur/ das mich zu Asche macht

Verdirbt die Mücke gleich durch selbst-gesuchten Brand/

Der edle Phönix wird doch eben so zur Leichen.


Das Gedicht "An ihre Augen" stammt von   (1646 - 1699).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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