Wozu dient so süsses Blicken
Wenn du bist in nichts verliebt?
Ist's daß unser Seuffzer-schicken
Cloris dir Vergnügen giebt?

Zwar offt heist das Herze geben
Sich begeben seiner Ruh
Doch wer immer frey will leben
Bringt sein Leben übel zu.

Schönheit mit Verstand vermählet
Trifft offt schlechte Gleichheit an:
Manch getreues Herz erwehlet
Was nicht Farbe halten kan:

Fremde Qual heist Achtung geben
Was für eine Wahl man thu;
Doch wer unverliebt will leben
Bringt sein Leben übel zu.

Liebe Cloris lieb in Zeiten
Liebe was dich wieder liebt
Was dir ohne Widerstreiten
Sein getreues Herze giebt.

Lieb‘ und Gegen-Liebe geben
Süsse Lust und stille Ruh
Wer von Liebe frey will leben
Bringt sein Leben übel zu.


Das Gedicht "Liebe und Gegen-Liebe" stammt von   (1646 - 1699).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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