Große Kunst ist nur zu lohnen

Mit Millionen, mit Millionen!

Voll Begeist′rung schreit′s die Welt,

Opfert gern ihr schönstes Geld,

Wann es zu erwerben gilt

Ein signiertes Meisterbild!

Doch Bedingung ist dabei:

Daß der Meister tot schon sei.

 

Schuldenreich und guldenarm

Schied Herr Rembrandt aus dem Schwarm:

Aber jetzt - man lach′ und weine -

Durch ein einzig Bild, dies eine,

Würd′ er Doppelmillionär ..

Wenn er noch vorhanden wär′.

 

Ihr Begeisterten und Reichen!

Ob nicht etwa seinesgleichen

Heute duldet, ringt und schafft

In des Mangels harter Haft?

Könntet ihr nicht - so daneben -

Die auch lohnen, die noch leben?

Wollt - man stirbt ja ziemlich schnell -

Wenigstens nicht prinzipiell

Sie so grausam ignorieren,

Weil sie - pfui! - noch existieren.


Das Gedicht "Zum Verkauf eines Rembrandtbildes" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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