Nie sind Maiengärten zaubervoller
Als zur Nacht, wenn's fern im Land gewittert,
Wenn der Donner summt als leiser Groller,
Und der schwüle, schlummertrunkne Holler
Unterm weitverirrten Wehen zittert.
An die Pracht der jungen Blütentrauben
Rührt der Wetterhauch als sanfter Freier,
Kommt zu küssen nur, und nicht zu rauben -
Süßer duftet's aus den dunklen Lauben,
Und es wallt wie wunderblaue Schleier.
Flüchtig hebt sich's wieder dann von hinnen,
Kaum daß irgendwo ein Blättchen rauschte -
Reglos wieder ruhn die Schläferinnen,
Träumend von des Fremdlings kurzem Minnen,
Das so scheu und zärtlich sie belauschte.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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