Warte nur, du spöttisch lächelnde Schöne,

Die mit lässigem Klaps auf die kleinen Finger

Von sich scheucht den scherzenden Knaben Amor -

Warte nur, du Kühle, du Ueberlegne!

Weißt du nicht? die Knaben, die zarten, wachsen:

Und erwachsen sind sie zuletzt, die Knaben.

Dieser aber, den du so leichthin abwehrst,

Wächst zum Riesen heran, zum grimmig großen,

Greulich bärtigen, übermächtigen Riesen!

Und der faßt dich dann mit den wilden Fäusten,

Und der rächt sich dann für erlittene Unbill,

Tritt dich mit dem groben, herrischen Fuße,

Dich in den stolzen Nacken, ihm zu dienen!

Warte nur, bis der Knabe groß geworden..

Warte nur.


Das Gedicht "Amor" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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