Der Atem stockt; denn schwer und trunken schmiegt

sich heut der Tag der Erde an

und eines dummen Vogels Lied fliegt,

fliegt, ein Ding das noch nicht fliegen kann

und immer wieder gleich zur Erde fällt,

ängstlich durch die wüstenwarme Welt

 

und regt mich auf! Wie sich der Tag

mit unerträglich weicher Schwere

drängt in dieses jungen Vogels Lied!

Und himmelan mit Hast und Flügelschlag

flattert in die kühle braune Leere!

Und ihn ewige Ermattung mit

tausend Armen immer wieder niederzieht!

 

Doch auf den Bergen lauert schon der Föhn

und wird noch über Nacht aus seinen Höhn

und Wolkenhallen

brausend in die Ebne fallen!


Das Gedicht "Der Föhn" stammt von (* 1885-10-28, † 1916-12-05).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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