Oh du Geliebte, wenn ich je gedächte,

dich einem Erdendinge zu vergleichen,

so wählte ich den Berg unzähliger Leichen,

so wählte ich das Moor und seine Nächte.

 

Du schmutziger Knäuel bodenloser Schächte

verborgen unter sammetseidenweichen

und tief türkisenblaun Nymphäenteichen -

daß dich dein eigener Gestank umbrächte!

 

Denn arg hast du mein Tölpelherz verführt

mit deiner glatten Haut Melancholie

und deinem gramdurchtränkten Liebesschwure

 

und mitternachts mir einen Trank gerührt

aus Kot, Gestank und Teufelspoesie -

vergib mir! - oh vergib mir, große Hure!


Das Gedicht "Das Moor" stammt von   (1885 - 1916).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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