Oh du Geliebte, wenn ich je gedächte,
dich einem Erdendinge zu vergleichen,
so wählte ich den Berg unzähliger Leichen,
so wählte ich das Moor und seine Nächte.
Du schmutziger Knäuel bodenloser Schächte
verborgen unter sammetseidenweichen
und tief türkisenblaun Nymphäenteichen -
daß dich dein eigener Gestank umbrächte!
Denn arg hast du mein Tölpelherz verführt
mit deiner glatten Haut Melancholie
und deinem gramdurchtränkten Liebesschwure
und mitternachts mir einen Trank gerührt
aus Kot, Gestank und Teufelspoesie -
vergib mir! - oh vergib mir, große Hure!
Das Gedicht "Das Moor" stammt von Gustav Sack (1885 - 1916).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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