Der Löwe brach ein Bein. Man rief
Den Doktor Fuchs ihn zu kurieren,
Doch alles drehen, schindeln, schmieren
Half nichts; das Bein blieb lahm und schief.

Um dem Monarchen zu hofieren,
Erschien sein erster Hofpoet,
Ein Affe, der gar schlau sich dünkte,
Einst in der Residenz, und hinkte
So arg als seine Majestät.

Wie? sprach der Fürst ergrimmt zum Gecken
Ich glaube gar, du willst mich necken.

Ich? lallte Matz, behüte Gott!
Mich trieb die schönste meiner Pflichten,
Als treuer Knecht, als Patriot,
Nach deinem Vorbild mich zu richten.

Geh, Schelm, fiel ihm der König ein,
Statt meinen Fehler nachzuahmen,
So hink in deinem eignen Namen.
Er sprachs, und brach ihm knacks ein Bein.

Die Lehre konnte sanfter sein,
Doch wäre sie den Herrn mit Orden
Und Schlüsseln heilsam, wie mich dünkt.
Wer heut mit seinem Fürsten hinkt,
Wird morgen ihm zu Ehren morden.


Das Gedicht "Der Affe und der Löwe" stammt von   (1736 - 1809).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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