Verstreute Menschen gehen

Im feuchten Regenwehen,

Vorstadtgärten rauschen,

Wolken sinken, bauschen

Sich. Ein Karren rollt am Zaune hin –

Ich kann nicht anders: ich muß sehen, muß lauschen,

Ich weiß nicht, wie ich bin

In diesem Allen –

 

Mein Gott, du flutest mit dem Wehen in mein Ohr,

Du lachst im Trällern der Kinder da am Gartentor –

Du willst dies Leben: diese Bilder, dieses Rauschen

In mich für meine Seele tauschen!

So ström′ ich mit dem Orgeln dieser Landschaft hin –

So kann ich nicht anders: ich muß mich berauschen,

Daß ich nicht weiß, wie ich bin

In diesem Allen.


Das Gedicht "O göttliche Benommenheit" stammt von   (1890 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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