Menschen, Menschen alle, streckt die Hände

Ueber Meere, Wälder in die Welt zur Einigkeit!

Daß sich Herz zu Herzen sende:

Neue Zeit!

 

Starke Rührung soll aus euren Aufenthalten

Flutgleich wellen um den Erdeball,

Mensch-zu-Menschen-Liebe glühe, froh verhalten,

Ueberall!

 

Was gilt Westen, Süden, Nähe, Weitsein,

Wenn Euch Eine weltentkreiste Seele millionenfältigt!

Euer Mutter-Erde-Blut strömend Ich- und Zeitsein

Ueberwältigt!

 

Menschen! Alle Ihr aus einem Grunde,

Alle, Alle aus dem Ewig-Erde-Schoß,

Reißt euch fort aus Geldkampf, Krieg, der Steinstadt-Runde:

Werdet wieder kindergroß!

 

Menschen! Alle! drängt zur Herzbereitschaft!

Drängt zur Krönung Euer und der Erde!

Einiggroße Menschheitsfreunde, Welt- und Gottgemeinschaft

Werde!


Das Gedicht "Mensch zu Mensch" stammt von   (1890 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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