Deutschland, o zerrissen Herz,
Das zu Ende bald geschlagen,
Nur um dich noch will ich klagen,
Und in einer Brust von Erz
Schweigend meinen kleinen Schmerz,
Meinen kleinen Jammer tragen,
Vaterland, um dich nur klagen.

Lustig grünt dein Nadelholz,
Lustig rauschen deine Eichen;
In den neununddreißig Reichen
Fehlt ein einzig Körnchen Golds:
Freier Bürger hoher Stolz
Fehlt im Lande sondergleichen,
In den neununddreißig Reichen.

Wenn ein Sänger für dich focht,
Wenn ein Mann ein Schwert geschwungen,
Hast du scheu nur mitgesungen,
Hast du schüchtern mitgepocht;
Und man hat dich unterjocht,
Hat dich in den Staub gezwungen,
Weil du gar so still gesungen.

Ihr beweinet′s und bereut′s -
Und das nennt ihr deutsche Treue?
Laßt die Tränen, laßt die Reue,
Soll nicht einst der Enkel Teuts
Sterben an der Zwietracht Kreuz,
Kämpf′ und handle, Volk, aufs neue,
Denn der Teufel ist die Reue!

Tritt in deiner Fürsten Reihn!
Sprich: die neununddreißig Lappen
Sollen wieder besser klappen
Und ein Heldenpurpur sein;
Ein Reich, wie ein Sonnenschein!
Ein Herz, ein Volk und ein Wappen!
Helf′ uns Gott - so soll es klappen!


Das Gedicht "Dem deutschen Volk" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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