Ihr Blümlein alle,

Die sie mir gab,

Euch soll man legen

Mit mir ins Grab.

 

Wie seht ihr alle

Mich an so weh,

Als ob ihr wüßtet,

Wie mir gescheh?

 

Ihr Blümlein alle,

Wie welk, wie blaß?

Ihr Blümlein alle,

Wovon so naß?

 

Ach, Tränen machen

Nicht maiengrün,

Machen tote Liebe

Nicht wieder blühn.

 

Und Lenz wird kommen,

Und Winter wird gehn,

Und Blümlein werden

Im Grase stehn.

 

Und Blümlein liegen

In meinem Grab,

Die Blümlein alle,

Die sie mir gab.

 

Und wenn sie wandelt

Am Hügel vorbei

Und denkt im Herzen:

Der meint′ es treu!

 

Dann, Blümlein alle,

Heraus, heraus!

Der Mai ist kommen,

Der Winter ist aus.


Das Gedicht "Trockne Blumen" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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