In die tiefsten Felsengründe
Lockte mich ein Irrlicht hin:
Wie ich einen Ausgang finde,
Liegt nicht schwer mir in dem Sinn.
Bin gewohnt das Irregehen,
′s führt ja jeder Weg zum Ziel:
Uns′re Freuden, uns′re Leiden,
Alles eines Irrlichts Spiel!
Durch des Bergstroms trock′ne Rinnen
Wind′ ich ruhig mich hinab,
Jeder Strom wird′s Meer gewinnen,
Jedes Leiden auch sein Grab.
Das Gedicht "Irrlicht" stammt von Wilhelm Müller (* 1794-10-07, † 1827-10-01).
Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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Gedichte