Fremd bin ich eingezogen,

Fremd zieh′ ich wieder aus.

Der Mai war mir gewogen

Mit manchem Blumenstrauß.

Das Mädchen sprach von Liebe,

Die Mutter gar von Eh′ -

Nun ist die Welt so trübe,

Der Weg gehüllt in Schnee.

 

Ich kann zu meiner Reisen

Nicht wählen mit der Zeit:

Muß selbst den Weg mir weisen

In dieser Dunkelheit.

Es zieht ein Mondenschatten

Als mein Gefährte mit,

Und auf den weißen Matten

Such′ ich des Wildes Tritt.

 

Was soll ich länger weilen,

Bis man mich trieb′ hinaus?

Laß irre Hunde heulen

Vor ihres Herren Haus!

Die Liebe liebt das Wandern, -

Gott hat sie so gemacht -

Von Einem zu dem Andern -

Fein Liebchen, Gute Nacht!

 

Will dich im Traum nicht stören,

Wär′ Schad′ um deine Ruh′,

Sollst meinen Tritt nicht hören -

Sacht, sacht die Thüre zu!

Ich schreibe nur im Gehen

An′s Thor noch gute Nacht,

Damit du mögest sehen,

Ich hab′ an dich gedacht.


Das Gedicht "Gute Nacht" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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