Ich such im Schnee vergebens

Nach ihrer Tritte Spur,

Hier, wo wir oft gewandelt

Selbander durch die Flur.

 

Ich will den Boden küssen,

durchdringen Eis und Schnee

Mit meinen heißen Thränen,

Bis ich die Erde seh.

 

Wo find ich eine Blüthe

Wo find ich grünes Gras?

Die Blumen sind erstorben,

Der Rasen sieht so blaß.

 

Soll denn kein Angedenken

Ich nehmen mit von hier?

Wenn meine Schmerzen schweigen,

Wer sagt mir dann von ihr?

 

Mein Herz ist wie erstorben,

Kalt starrt ihr Bild darin:

Schmilzt je das Herz mir wieder,

Fließt auch das Bild dahin


Das Gedicht "Erstarrung" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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