Was vermeid′ ich denn die Wege,
Wo die ander′n Wand′rer gehn,
Suche mir versteckte Stege
Durch verschneite Felsenhöh′n?
Habe ja doch nichts begangen,
Daß ich Menschen sollte scheu′n, -
Welch ein törichtes Verlangen
Treibt mich in die Wüstenei′n?
Weiser stehen auf den Wegen,
Weisen auf die Städte zu,
Und ich wand′re sonder Maßen
Ohne Ruh′ und suche Ruh′.
Einen Weiser seh′ ich stehen
Unverrückt vor meinem Blick;
Eine Straße muß ich gehen,
Die noch keiner ging zurück.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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