In meines Herzens Mitte blüht ein Gärtchen,
verschlossen ist es durch ein kleines Pförtchen,
zu dem den Schlüssel führt mein liebes Mädchen,
mein Mädchen, mein Mädchen.
Es ist April, komm, wolle dich nicht schämen
und pflücke dir heraus die liebsten Blumen,
sie drängen sich entgegen deinen Händen,
deinen Händen, deinen Händen.
Je mehr du pflückst, je mehr sie wieder sprossen,
doch willst du unberührt sie blühen lassen,
so werden sie vor ihrer Zeit vertrocknen,
vertrocknen, vertrocknen.
Das Gedicht "Der Garten des Herzens" stammt von Wilhelm Müller (1794 - 1827).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte