Der du so lustig rauschtest,

Du heller, wilder Fluß,

Wie still bist du geworden,

Gibst keinen Scheidegruß.

 

Mit harter, starrer Rinde

Hast du dich überdeckt,

Liegst kalt und unbeweglich

Im Sande ausgestreckt.

 

In deine Decke grab′ ich

Mit einem spitzen Stein

Den Namen meiner Liebsten

Und Stund′ und Tag hinein:

 

Den Tag des ersten Grußes,

Den Tag, an dem ich ging;

Um Nam′ und Zahlen windet

Sich ein zerbroch′ner Ring.

 

Mein Herz, in diesem Bache

Erkennst du nun dein Bild?

Ob′s unter seiner Rinde

Wohl auch so reißend schwillt?


Das Gedicht "Auf dem Flusse" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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