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Auf dem Flusse


Der du so lustig rauschtest,

Du heller, wilder Fluß,

Wie still bist du geworden,

Gibst keinen Scheidegruß.

 

Mit harter, starrer Rinde

Hast du dich überdeckt,

Liegst kalt und unbeweglich

Im Sande ausgestreckt.

 

In deine Decke grab′ ich

Mit einem spitzen Stein

Den Namen meiner Liebsten

Und Stund′ und Tag hinein:

 

Den Tag des ersten Grußes,

Den Tag, an dem ich ging;

Um Nam′ und Zahlen windet

Sich ein zerbroch′ner Ring.

 

Mein Herz, in diesem Bache

Erkennst du nun dein Bild?

Ob′s unter seiner Rinde

Wohl auch so reißend schwillt?



(* 07.10.1794, † 01.10.1827)




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