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Zum 17. Januar


(An Grüneisen)

 

Dich benedeit mein Lied, du freudenvolle Sonne,

Dich preise ich anjetzt, o Tag voll Glück und Wonne,

An dem mein Ohm, der Herr Oberregierungsrat

Grüneisen, diese Welt als kleines Kind betrat.

 

Sein Nam ist wunderlich und doch voll tiefem Wesen,

Als hätte man Grüneisen just für ihn erlesen;

Denn grün bedeutet frisch, als wie ein grüner Baum,

Der lustig blüht und sproßt an eines Baches Saum;

 

Und Eisen, das ist stark, ganz über alle Maßen

(Man kann daraus Geschirr und Öfen gießen lassen).

Es dauert ewig fort, noch ewiger als Stein,

Drum muß in deinem Namen auch das Eisen sein.

 

Ein Eisen, grün und frisch, wie schöne Eichensprossen,

Ein grüner Stamm, so fest, als wie aus Erz gegossen:

Das ist das rechte Bild für einen weisen Mann,

Der unter Schmerzen noch so heiter lächeln kann!

 

Doch bleibt ihr Schmerzen fern, euch wollt ich gar nicht loben,

Man braucht euch auch nicht hier, um seine Kraft zu proben

Denn noch weit fröhlicher scherzt ohne euch sein Mund,

Drum bleib er jetzt und noch viel Jahre lang gesund!

 

So grün′ und blühe fort, gußeiserner Grüneisen!

Mögst dich, du grüner Stamm, wie Stahl und Erz erweisen.

Der Herr behüte dich und segne deinen Lauf!

Dies sind die Wünsche deines Neffen

Wilhelm Hauff.



(* 29.11.1802, † 18.11.1827)




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