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Die Mainzer Kommission


(1824)

 

Wir sind ein Völklein, froh und frei;

Sind Brüder allzumal;

Wir halten fest und stehen frei,

Sind hart und scharf wie Stahl,

Und drängt man streng auf uns heran,

Zu splittern unsre Kraft,

Wir rufen′s laut und stoßen an:

Die deutsche Burschenschaft!

 

Was schmäht ihr unsern frohen Mut

Und unsre frische Lust,

Was scheltet ihr die hohe Glut

In unsrer jungen Brust?

Weil wir nach ihrer Pfeife dort

Nicht tanzen ihren Tanz,

Riecht Hochverrat und Trug und Mord

Die heil′ge Allianz.

 

Da zünden sie Laternen an

Und spüren nach der Tat,

Und wählen manchen weisen Mann

Zum Untersuchungsrat;

Und eine Warte wird gebaut,

Dem Land zu Schmach und Hohn,

Und hochweis aus den Fenstern schaut

Die Mainzer Kommission.

 

Und von dem Mainzer Luginsland

Wird jetzt nach uns gelugt,

Man nimmt den Tubus in die Hand

Und findet, was man sucht,

Und schreit Verrat durchs ganze Reich;

Es bebt der alte Franz,

Und mit ihm wird vor Schrecken bleich

Die heil′ge Allianz.

 

Und Fallen werden aufgelegt,

Daß sich das Wild verfängt,

Daß man es wohl in Ketten legt

Und in den Schnürleib zwängt.

Doch Nürenberger hängen kein′,

Sie hätten ihn denn schon -

Man sagt, so soll′s gegangen sein

Der Mainzer Kommission.

 

Sie schnüffeln in den leeren Wind

Mit ihrer langen Nas,

Sie gucken sich die Augen blind

Durch ihr Vergrößrungsglas.

Sie schreiben Akten bergehoch

Und angeln drin mit List,

Sind gut bezahlt und haben doch

Bis jetzt noch nichts gefischt.

 

Wir sind ein Völklein, treu in Not,

Sind Brüder allesamt,

Wie auch der Mainzer Rat uns droht,

Uns schändet und verdammt.

Komm her und suche nach der Tat

Reichsinquisition!

Frisch auf, ein flottes Pereat

Der Mainzer Kommission!



(* 29.11.1802, † 18.11.1827)




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