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Freyheitslied


Wie glänzt auf dem Berge die goldene Wolke

So heiter und lauter dem heiteren Volke!

Da wallen und schweben

Und küssen und weben

Die wankenden Bilder im wechselnden Tanz

Um silberne Stirnen mit rosigem Kranz!

 

Auf jähem Gebirge, durch grünende Matten,

An Strömen und Quellen, im kühlenden Schatten,

Zu Meer und zu Lande,

Am blumigen Strande,

Da schreitet der Grieche, so kräftig und kühn!

Es schwillt ihm der Busen im wachsenden Glühn!

 

Noch fühlt in den Tiefen, auf wolkigen Wegen,

Den schwellenden Geist er der Mutter sich regen,

Noch fühlt er in Liebe,

Mit sehnendem Triebe,

Mit heil′gem Verlangen, auf jeglicher Spur,

Geliebt sich an wärmender Brust der Natur.

 

Wo hoch um die dämmernden, ragenden Höhen

Des Adlers geschwungene Fittige wehen,

Um Kronen und Wipfel,

Auf felsigem Gipfel;

Der Wind durch die Eichen, die riesigen, saust,

Da wild der Malnotte, der kräftige, braust.

 

Wo mild auf das heitere Menschengewimmel

Und jugendlich quillet der lautere Himmel:

Die Ferne, geläutert

Und duftig erweitert,

Verschwimmt in des Meeres zerfließendem Blau,

Da geht der Korinther auf lächelnder Au!

 

Und unserem Auge, dem reinen, entfalten

Sich reicher, als allen, die ew′gen Gestalten,

In heiliger Stille,

In rauschender Fülle!

Wir sind′s, die Geliebten! vom Ew′gen erfüllt!

Des Höchsten und Größten lebendigstes Bild!

 

D′rum sind wir auch frey wie die Schwalb in der Wolke

Wir sammeln uns wieder zum herrschenden Volke!

Wir schlagen den Türken

Und schaffen und wirken,

Uns fühlend, und drängen uns wieder hinan!

Und reih′n an die heiligen Väter uns an!



(* 21.11.1804, † 17.01.1830)




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