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An den Grafen Platen (3)


Daß ich′s aber nur gestehe,

Dieser Lieder heitre Weise,

Dieses schlichte Spiel der Leier

Ruft dich auf zum Wiederklange.

Sei′s daß in gewicht′gem Ernste

Du ein Dichterwort mir sagest,

Oder daß die Fröhlichkeit

Dieses Himmels dich beseele!

 

Zwar verschwieg′ne Zauberhüter

Stehn an deines Herzens Pforten,

Und nur wen′gen läßt du′s öffnen,

Wen′ge schauen in die Kammern,

Wo in flammendem Geblüte,

Schöpfrischer Natur geheiligt,

Sich des Goldes Lieblichkeit

Aus der Erde Schooß gerungen.

 

Doch beim duftigen Elysium

Des Gianicolo, den süßen

Veilchenauen vom Pamfili,

Bei des Pantheons Gewölbe,

Bei des Forums Tempel-Säulen,

Ja bei Roms Titanenbilde,

Wenn′s in holder Rosengluth

Unaussprechlich herrlich leuchtet,

 

Oder kann′s dich mehr bezaubern,

Bei Parthenopes Gestade,

Bei den Felsen von Sorrento,

Bei der Einsamkeit von Capri,

Bei dem Anblick all′ des Landes,

All′ des Meeres auf dem Gipfel

Des Vulkans beschwör′ ich dich,

Mir ein Gegenlied zu singen.

 

Gern verwehe dann das meine,

Ist′s ja doch nur leicht und munter,

Wie′s die Vögel in Hesperien

Auch an Wintermorgen singen.

Mit Entzücken aber will ich

Dann der Nachtigall verstummen,

Und im tiefsten Lorbeerhain

Ihren sel′gen Tönen lauschen.



(* 21.11.1804, † 17.01.1830)




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