Des Frühlings Stürme durchbrausen das Land ...
Meine Seele durchlodert der Sehnsucht Brand.
Es treibt mich hinaus in der Einsamkeit Dom,
Ich kühle die Gluth in der Winde Strom.
Versunken liegt die Erinnerung weit:
Mich grüßt die Sonne der Ewigkeit.
Die Bäche rauschen mir liebend zu,
Die Vögel singen: sei glücklich auch du.
Die Bäume neigen sich zum Willkomm',
Süße Andacht erfüllt mich: Ich bin fromm.
Tiefheiliger Schauer mich durchweht:
Es weiht mich der Schöpfung Majestät.
Ich sauge den Odem der Gottheit ein,
Eins bin ich mit dem allewigen Sein.
Das Gedicht "Frühlingsandacht" stammt von Wilhelm Arent (* 1864-03-07, † 1914-00-00).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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