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Erwachen


Einen weißen Federflaum

Fand am Fenster ich den Morgen,

Als der Tag aus wirrem Traum

Mich erweckt zu süßen Sorgen.

 

Und ich blick′ erstaunt hinauf

An den frischen Morgenhimmel,

Sehe dort in leisem Lauf

Ziehn der Wolken leicht Gewimmel.

 

Ja, sie ziehn in breitem Zug

Zwischen mir und jener Gegend. -

Ist es Wahrheit? Ist es Trug?

Sind′s nicht Schwäne flügelregend?

 

Ist mein Liebchen gar vielleicht

Solch ein heimlich Zauberwesen,

Das als Schwan die Luft durchstreicht,

Wie in Märchen ich gelesen?

 

Schön in menschlicher Gestalt,

Hat sie traut besucht mich gestern,

Nachts in Zauberbanns Gewalt

Schwärmt sie mit den Schwanenschwestern.

 

Fliegt bis an mein Fensterbrett,

Putzt das weiße Schwangefieder,

Während einsam ich im Bett,

Wälze sondern Ruh die Glieder.



(* 07.03.1864, † 00.00.1914)




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