Nach oben

Trauer


Die Straße seufzt. Schattende Winde hocken

nieder auf Plätzen. Bronzene Plätze weinen

über den Abend hin, der aus blauer Ferne gleitet

Wolke schmilzt in der Frauen sterbenden Locken.

Leise wankt das verhangene Haus. Aus dem reinen

Äther sinkt ein zerfallender Mond herab. Und breiter

dampft der Atem der Stadt. Es tropft

Nacht, ein fremdes Meer, das an die Fenster klopft.

 

Wir sind begraben. Schwarz und mit Erde gefüllt

starrt unser Mund. Das haar, Traube

bitteren Trankes voll, ist verwelkt und tot.

Schon nahet die letzte Stunde, die uns in Kälte hüllt.

Wir hören den Klang der Gestirne nicht mehr. Blinde wir, Taube.

 

Wir fühlen das Blut nicht mehr. Verblaßt ist sein Rot.

Niedergestürzt, zersprungene Säulen, über Trümmern liegen

Trümmer wir selbst im Feld. Doch über uns hin zahllose

Schwärme schreiender Vögel fliegen...



(* 18.03.1895, † 12.06.1925)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

  • Noch kein Kommetar vorhanden!