... Und wieder vor der Kompanie

Tappt meines Fuchsen müder Schritt.

Durch Wald und Nachtwind führ′ ich sie,

Und hundert Füße rauschen mit.

 

Der Wald ist wie ein Sterbedom,

Der von verwelkten Kränzen träuft,

Die Kompanie ein grauer Strom,

Der müde Wellen rauschend häuft.

 

Der graue Strom rauscht hinter mir,

Durch Sand und Schnee, durch Laub und Staub,

Und Well′ um Welle dort und hier

Wird Sonnenraub, wird Erdenraub.

 

Es schwillt der Strom und ebbt und schwillt . . . .

Mein Herz ist müd′, mein Herz ist krank

Nach manchem hellen Menschenbild,

Das in dem grauen Strom versank.

 

Die Welt ist grau, die Nacht ist fahl,

Mein Haupt zum Pferdehals geduckt,

Träum′ ich, wie hell durchs Todestal

Mein Strom einst klang lichtüberzuckt . . . .

 

Mein Fuchs geht immer gleichen Tritt

Voran, entlang dem grauen Zug,

Und graue Reiter reiten mit,

Die er vor mir im Sattel trug. -


Das Gedicht "Und wieder vor der Kompanie" stammt von (* 1887-07-06, † 1917-10-16).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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