Gottvaters blühendes Wunderkleid

wallt über unsere Lande weit

und schmückt die arme Erde.

Die Blumenwiese ist sein Saum,

die Kinder haschen noch im Traum

danach mit Lustgebärde.

 

Gottvaters blühendes Wunderkleid

birgt allen Trost für Menschenleid!

Aus seinen langen warmen Falten

hat Menschenhand ihr täglich Brot

und Früchte süß und goldenrot

noch Jahr um Jahr erhalten.

 

Gottvaters blühendes Wunderkleid

rauscht durch die Welt in Ewigkeit

und hört nicht auf zu prangen.

Und rauscht uns noch zur Nacht Geleit!

Der letzte Griff in Gottes Kleid

stillt Bangen und Verlangen.


Das Gedicht "Ein froh und tröstlich Lied" stammt von (* 1887-07-06, † 1917-10-16).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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