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Einer Braut am Polterabend


Ich bringe dir ein leeres weißes Buch,

die Blätter drin noch ohne Bild und Spruch.

 

Sie sollen einst, wenn sie beschrieben sind,

dir bringen ein Erinnern hold und lind;

 

an liebe Worte, die man zu dir sprach,

an treue Augen, die dir blickten nach -

 

Drauf leg′ ich dir von dunklem Myrtenreis

den grünen Kranz, der aller Kränze Preis.

 

Nimm ihn getrost! Denn muss ich auch gestehn,

er wird wie alles Laub dereinst vergehn,

 

so weiß ich doch, wenn Tag um Tag verschwand,

hältst du den Zweig mit Früchten in der Hand.



(* 14.09.1817, † 04.07.1888)




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