Nach oben

Stille Insel (Bretagne)


Glocken über die Fluren
 Hör ich vom Lande wehn
 Und kann schon die Konturen
 Der runden Türme nicht mehr sehn.


Die Nacht, das Meer, zwei blaue Bänder
 Durchstickt mit Sternengold,
 Haben die Ränder
 Der Insel in ihre Falten gerollt.
 Alles wird Ferne und
 Sinkendes Schweigen.
 Wortlos neigen
 Die Winde sich nahe an meinen Mund.


Weit und wie ohne Wiederkehr
 Scheint dies alles, das mir entgleitet,
 Die braunen Hügel, das blinkende Meer,
 Die Bäume, die winkend im Hafen stehn,
 Die Glocken, die über die Wasser wehn.
 Und ich bin schon bereitet
 Ins Dunkel, das sich drohend verbreitet,
 Mit ihnen zu gehn
 Abendallein
 Mit meinem lastenden Einsamsein.


Da weht von den späten
 Gehöften zwischen den Hügeln, die
 Mit leisem Schritt in den Abend treten,
 Noch eine schüchterne Melodie.


Und süß beklommen höre ich, wie
 Kinder zu Gott in das Dunkel hinein
 Um Schlaf und gütige Träume beten.



(* 28.11.1881, † 23.02.1942)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!