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Nächte am Comersee


Von diesen Nächten, den sternelichtklaren
– Herz mit deinem ruhlosen Schritt! –
Was nimmst du von diesen wunderbaren
 Nächten auf deine Wege mit?


Was du empfandest, wenn rings in der Schale
 Des Teiches das Silber überschwoll
 Und tief bis in die ruhenden Tale
 Ein Strom von zitternden Sternen quoll?


Kann das verschatten, wie über dem Hügel
 Weiße Blende in Nacht verging,
 Wenn sich bläulich der eilende Flügel
 Einer Wolke dem Mond umhing?


Kann das verwehn, wie die schweigsamen stillen
 Blumen, die ihr heißes Gebet
 Über die kunstvollen Türen der Villen
 An dein atmendes Herz geweht?


Kann das verzittern, wie – leiser und blasser,
 Eine sinkende Perlenschnur –
Der Mondglanz über das Wiegen der Wasser
 Hinrann ins Dunkel und ohne Spur?


Bleibt dir denn nichts vom Raunen der schwanken
 Zypressen hart an dem Ufergang
 Und dort von all den Träumergedanken,
 Eine Runde lang, eine Stunde lang?


Vielleicht nur ein Vers vom Wiegen des Windes
 Und blinde Sehnsucht zurück in die Zeit,
 Wie Duft gelöst in ein wehendes lindes
 Gefühl unsagbarer Zärtlichkeit.



(* 28.11.1881, † 23.02.1942)




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