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Die Zärtlichkeiten


Ich liebe jene ersten bangen Zärtlichkeiten,
 Die halb noch Frage sind und halb schon Anvertraun,
 Weil hinter ihnen schon die wilden Stunden schreiten,
 Die sich wie Pfeiler wuchtend in das Leben baun.


Ein Duft sind sie; des Blutes flüchtigste Berührung,
 Ein rascher Blick, ein Lächeln, eine leise Hand –
Sie knistern schon wie rote Funken der Verführung
 Und stürzen Feuergarben in der Nächte Brand.


Und sind doch seltsam süß, weil sie im Spiel gegeben
 Noch sanft und absichtslos und leise nur verwirrt,
 Wie Bäume, die dem Frühlingswind entgegenbeben,
 Der sie in seiner harten Faust zerbrechen wird.



(* 28.11.1881, † 23.02.1942)




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